2.1 Entscheidungstheorie
Entscheidungsmatrix I

Die Pestbank AG hat einen Vertrag mit dem international bekannten ehemaligen Minigolf-Profispieler Moritz Mecker als Werbeträger abgeschlossen. Nach Vertragsabschluss stellte sich jedoch heraus, dass sich Moritz Mecker, von seinen Fans auch gern „Moppele“ genannt, momentan in einer zweifelhaften privaten finanziellen Situation befindet. Für die Zukunft kann man sich vorstellen, dass dieser Zustand so bestehen bleibt. Es ist aber auch denkbar, dass sich seine finanzielle Situation als besser als gedacht heraus stellt. Genauso hält man bei der Pestbank aber auch einen „finanziellen Absturz“ von Mecker in der Zukunft für möglich. Man ist sich deshalb unsicher, wie man Mecker als Werbeträger einsetzen sollte. Mit der Werbekampagne verfolgt man das Ziel, möglichst viele neue zusätzliche Kunden für die Pestbank zu gewinnen.

Der Vertriebsleiter schlägt vor, die Kampagne wie ursprünglich geplant durchzuziehen. Mecker soll als fiktiver Kunde der Anlageberatung der Postbank mit dem Slogan „Machen Sie sich um ihr Geld keine Sorgen – Wir kümmern uns darum!“ in die Werbekampagne eingebaut werden. Sollte sich die finanzielle Situation von Mecker nicht verändern, könnte man mit der Kampagne 20.000 Neukunden akquirieren. Sollte sich seine finanzielle Situation verbessern, würde das den Erfolg der Kampagne sogar noch „befeuern“ und man könnte 200.000 Neukunden gewinnen. Ein Risiko stellt natürlich die Möglichkeit des „finanziellen Absturzes“ dar, dann würde man vermutlich sogar 100.000 Kunden verlieren.

Der Produktmanager schlägt vor, auf diese Situation mit einer Änderung der ursprünglichen Kampagne zu reagieren. Mecker sollte satirisch als Werbeträger für die Anlageberatung mit dem Slogan „Wir versprechen Top-Beratung – keine Wunder“ eingesetzt werden. Dann könnte man in jedem Fall 50.000 Neukunden gewinnen.

Dem Vorstand Marketing gefällt die Idee eines satirischen Werbeeinsatzes. Er präferiert aber den Einsatz von Mecker als Werbeträger für Konsumentenkredite mit dem Slogan „Wenn der Gärtner zweimal klingelt“. Sollte sich die finanzielle Situation von Mecker verbessern, könnte man damit keine Neukunden gewinnen. Bleibt aber seine finanzielle Situation umstritten würde die Kampagne 60.000 Neukunden bringen. Und bei einer finanziellen Verschlechterung könnte man mit dieser Kampagne sicher 120.000 Neukunden gewinnen.

a)
Stellen Sie die Entscheidungsmatrix für die vorliegende Entscheidungssituation auf.
b)
Für welche Werbekampagne würden Sie sich bei Anwendung der Laplace-Regel entscheiden?
c)
Für welche Werbekampagne würden Sie sich bei Anwendung der Savage-Niehans-Regel entscheiden?
d)
Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Vorstand der Pestbank, dass die finanzielle Situation von Moritz Mecker tatsächlich sehr gut ist. Was für eine Entscheidungssituation bezüglich des Informationsstands liegt dann vor?