2.4 Zwischenbetriebliche Zusammenarbeit
Ebenen der Zusammenarbeit IV – Lösung

a)
Ein eigener Außendienst stellt einen sogenannten direkten Vertriebsweg da. Der direkte Kontakt ist jedoch oft mit hohen Kosten verbunden und kann daher nur wirtschaftlich sein, wenn mit den besuchten Kunden eine entsprechende Umsatzhöhe bzw. ein entsprechend hoher Deckungsbeiträge erreicht werden kann. Ist dies nicht der Fall, kann ein weniger kostenintensiver indirekter Vertriebsweg durch eine vertikale Zusammenarbeit mit einem Großhändler eine Alternative sein.

b)
Die Einkaufskonditionen sind normalerweise in hohem Grad vom Einkaufsvolumen abhängig. Mit einem höherem Einkaufsvolumen ist eine stärkere Verhandlungsmacht verbunden, da es für den Lieferanten „schmerzhafter“ wäre, auf das Geschäft mit dem Kunden zu verzichten. Von daher könnte ein Lösungsansatz sein, das Einkaufsvolumen in den Verhandlungen durch eine horizontale Zusammenarbeit mit anderen Lebensmittelhändlern zu bündeln, wie dies beispielsweise in Einkaufsgenossenschaften wie Edeka erfolgt.

c)
Die BlueRay stand damals in Konkurrenz mit der HD-DVD. Man konnte damals davon ausgehen, dass sich ähnlich wie bei den Videokassetten (VHS, Video 2000 und Betamax) nur ein System etablieren würde.
Die Käufer der entsprechenden Abspielgeräte bevorzugen dabei das Format, für das das Angebot der Filme größer ist. Umgekehrt sind die Filmvertriebsfirmen daran interessiert, ihre Filme vor allem in dem Format zu veröffentlichen, das die höheren Verkaufszahlen verspricht, das also mehr potenzielle Käufer bzw. Eigner von Abspielgeräten hat.
Deshalb stattete Sony die Playstation 3 damals mit einem (sehr teuren) BlueRay-Laufwerk aus. Weiterhin wurde auch in horizontaler Zusammenarbeit anderen Herstellern von Abspielsgeräten diesen erlaubt, Abspielgeräte für das BlueRay-Format herzustellen. Um die Zahl der angebotenen Filme zu erhöhen, wurde im Rahmen einer diagonalen Zusammenarbeit Warner Bros dazu bewogen, ihre Filme nicht mehr im HD-DVD-Format, sondern nur noch im BlueRay-Format zu veröffentlichen. Dies wird auch als Ende des damaligen „Format-Kriegs“ angesehen, da Warner Bros damals in den USA einen Marktanteil von rund 20 Prozent im Home-Entertainment-Bereich innehatte.